Blog Erklärfilm
Erklärfilm oder 3D-Animation?
Die Frage klingt nach einer Entscheidung zwischen zwei Formaten. Tatsächlich geht es darum, wie ihr komplexe Technologie am besten zeigt.

Die Frage ist schief gestellt.
Ein Erklärfilm ist ein Format. Er hat eine Aufgabe, nämlich verständlich zu machen, wie etwas funktioniert. 3D-Animation ist dagegen ein Mittel, mit dem sich so ein Film umsetzen lässt. Die Alternative zur 3D-Animation ist nicht der Erklärfilm, sondern der Realdreh.
Die eigentliche Frage lautet deshalb, ob ihr euer Produkt filmen könnt und ob das reicht, um es zu erklären. Davon hängt ab, welches Mittel passt.





Wann echte Aufnahmen reichen.
Echte Aufnahmen zeigen euer Produkt, eure Menschen und den Einsatz beim Kunden. Sie schaffen Nähe und Glaubwürdigkeit. Sie passen, wenn
- das Produkt existiert und sich gut filmen lässt,
- die Funktion von außen sichtbar ist,
- es um Menschen, Abläufe oder die Umgebung geht, in der das Produkt arbeitet,
- ihr zeigen wollt, dass es im echten Einsatz funktioniert.
Ein Realdreh braucht Zeit am Set, gutes Licht und einen Ort, an dem gedreht werden darf. Dafür wirkt das Ergebnis unmittelbar, und jeder sieht, dass es echt ist.
Wann 3D-Animation die bessere Wahl ist.
Vieles, was eure Technologie ausmacht, steckt im Inneren. Strömungen, Wärme, die Bewegung von Bauteilen. Das kann keine Kamera zeigen. 3D-Animation ist sinnvoll, wenn
- das Produkt noch nicht gebaut ist, etwa vor einer Markteinführung,
- das Innere gezeigt werden soll, mit Schnitten, transparenten Ansichten oder Explosionsdarstellungen,
- Vorgänge sichtbar werden sollen, die zu schnell, zu langsam oder zu klein für das Auge sind,
- das Produkt zu groß, zu gefährlich oder zu aufwendig zum Filmen ist,
- es mehrere Varianten gibt, die sich im Modell einfacher darstellen lassen als am echten Objekt.
Die Grundlage sind meist eure CAD-Daten. Daraus entsteht ein Modell, das technisch stimmt und gut aussieht. Fachleute finden darin nichts, was nicht stimmt, und Einsteiger verstehen sofort, worum es geht.
Warum die Kombination oft am stärksten ist.
In der Praxis ist es selten ein Entweder-oder. Der Film beginnt in eurer Fertigung, mit echten Menschen und echten Maschinen, und taucht dann in das Produkt ein. Der Wechsel von Realdreh zu Animation führt die Zuschauer an die Stelle, an der die Kamera aufhören muss.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Wiederverwendung. Einmal aufbereitete 3D-Daten lassen sich für viele Inhalte nutzen. Bei Eberspächer Thermalmanagement (in anderer Agentur verantwortet) sind aus einmal aufbereiteten Daten über Jahre ein Systemfilm, mehrere Produktfilme, Visuals und eine interaktive Anwendung entstanden.
Fünf Fragen, die bei der Entscheidung helfen.
- Existiert das Produkt schon, und lässt es sich gut filmen?
- Liegt das Entscheidende im Inneren oder in einem Ablauf, den man nicht sieht?
- Wo läuft der Film, am Messestand ohne Ton, im Vertrieb oder auf der Website?
- Soll das Material später für weitere Filme, Bilder oder Anwendungen dienen?
- Gibt es CAD-Daten, und dürfen sie genutzt werden?
Wer bei der ersten Frage Ja und bei der zweiten Nein sagt, kommt mit Realdreh oft weit. Wer bei der zweiten und fünften Frage Ja sagt, sollte 3D-Animation ernsthaft prüfen.
Was ihr für eine 3D-Animation vorbereiten solltet.
CAD-Daten und ein Ansprechpartner aus der Entwicklung sind die wichtigsten Zutaten. Sensible Details lassen sich bei der Aufbereitung weglassen. Wir stimmen die Szenen mit euren Fachleuten ab und zeigen vor dem aufwendigen Rendern eine einfache bewegte Vorfassung mit Timing und Kamerabewegung, ein sogenanntes Animatic. So prüft ihr Ablauf und Technik, solange Änderungen noch wenig kosten.
Fazit.
Fragt nicht, ob ihr einen Erklärfilm oder eine 3D-Animation braucht. Fragt, was eure Zielgruppe verstehen soll und was sich dafür zeigen lässt. Meist ergibt sich die Antwort aus Produkt, Einsatzort und Datenlage. Wie Realdreh und 3D-Animation zusammenspielen, zeigt die Seite Produktfilm.